Sinn und Zweck von Laufsocken mit Kompression

Jeder Sportler versucht seine Leistungen zu maximieren. Hierfür gibt es neben dem Training und einer guten allgemeinen Fitness noch eine Reihe von Hilfsmitteln, welche die Leistung effektiv steigern sollen. Für Läufer zählen hierzu beispielsweise Laufsocken mit Kompression. Diese sollen die Beine unterstützen und durch ihre Wirkung die Geschwindigkeit positiv beeinflussen. Wie bei allen Hilfsmitteln gibt es auch bei diesen Socken eine Mischung aus wissenschaftlich belegbaren Fakten, Halbwahrheiten und nicht haltbaren Gerüchten. Auf jeden Fall haben solche Laufsocken beweisbare positive Effekte auf das Bein und jeder Läufer sollte sie zumindest ausprobieren um herauszufinden wie viel ihm die positiven Eigenschaften bringen.

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Letzte Aktualisierung am 14.07.2020 um 10:06 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wie wirken Laufsocken mit Kompression?

Wie im gesamten Körper, so verlaufen auch in den Beinen zahlreiche Blutgefäße. Dabei führen Arterien vom Herzen weg und das Blut wird mit Druck vom Herzen in die Gliedmaßen gepumpt. Während dies in den Armen unproblematisch ist, stellt es bei den Beinen den Körper vor eine Herausforderung. Aufgrund der Schwerkraft sackt das Blut ohnehin nach unten, wobei dies durch den systolischen Blutdruck während eines Herzschlags noch weiter verstärkt wird. Während das Blut jedoch abwärts getrieben wird, gestaltet sich der Rückfluss deutlich schwieriger. Dieser erfolgt durch Venen, welche nicht die gleichen muskulösen Wände haben, wie es bei Arterien der Fall ist.

Kompressionssocken für den Läufer
Steigern Kompressionssocken tatsächlich die Leistung von Läufern? Foto: sportpoin74 /Bigstock

Damit das Blut trotzdem aus den Beinen wieder nach oben steigen kann, haben Venen sogenannte Venenklappen, welche als Rückflussventil fungieren und das Blut wird durch eine passive Drucksteigerung nach oben befördert, wenn sich die Beinmuskeln anspannen und die Venen zusammendrücken. An genau dieser Stelle setzt die Wirkung von Laufsocken mit Kompression an. Würde dieser passive Pumpvorgang nicht geschehen, würde sich sauerstoffarmes Blut in den Beinen stauen und die Leistung des Muskels reduzieren. Zwar geschieht der Rückfluss auf diese Weise beim Laufen bereits aufgrund der starken und regelmäßigen Muskelkontraktionen sehr effektiv, jedoch verringert der äußere Druck durch die Socken das Volumen der Venen dauerhaft, wodurch der Abtransport des verbrauchten Blutes wesentlich besser erfolgt. Eine sehr ähnliche Wirkung wird beim Lymphsystem erzielt.

Welche Wirkung wird tatsächlich erzielt?

Gerüchten zufolge wird durch Laufsocken mit Kompression die Laufgeschwindigkeit gesteigert. Diese Behauptung wurde im Jahr 2012 durch Wissenschaftler der Hohenstein Institute untersucht und wurde zweifelsfrei widerlegt. Trotzdem wurden positive Effekte bei den Versuchspersonen entdeckt. In den genommenen Blutproben wurde eine erhöhte Konzentration von Myokinen entdeckt. Dabei handelt es sich um körpereigene Botenstoffe, welche mit einer schnelleren Regeneration von Muskeln im Zusammenhang stehen. Diese Entdeckung ist sehr interessant, denn ein erholter Muskel ist länger leistungsfähig und kann auch innerhalb kürzerer Zeiträume wieder seine volle Leistung erbringen. Dadurch könnte, wenn auch nicht die Geschwindigkeit, die Ausdauer positiv beeinflusst werden. Dieser Effekt lässt sich ebenfalls wissenschaftlich erklären. Durch den effizienteren Abtransport von verbrauchtem, sauerstoffarmen Blut, kann schneller und mehr frisches Blut zum Muskel gelangen. Der Unterschied bei der Leistung zwischen aerobem Energiestoffwechsel und anaeroben Energiestoffwechsel, bei dem Lactate entstehen, welche den Muskel schädigen, ist seit langer Zeit bekannt. Letztlich haben die Versuchspersonen auch einstimmig berichtet, dass sich ihre Beinmuskulatur subjektiv länger frisch und deutlich besser erholt anfühlt.